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 Betreff des Beitrags: Reisebericht aus Bristol
BeitragVerfasst: Freitag 1. Mai 2020, 16:12 
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Registriert: Freitag 29. April 2005, 19:14
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Da gegenwärtig ja ein wenig sehr, saure Gurke-Zeit ist, will ich mal wieder etwas das Thema Reiseberichte auffüllen. Jeder ist eingeladen diese Idee mit seinen eigenen Berichten weiterzuführen.

Ich werde hier in loser Folge über einige Museen berichten, die sich dem Thema Luftfahrt widmen und die ich auf meinen letzten Reisen besucht habe. Da Fotos manchmal mehr sagen, werde ich vor allem Bilder reinsetzen.

Den Anfang macht Bristol, eine Stadt die ich mit meiner Familie letztes Jahr im Rahmen unserer Süd-England-Reise besucht habe.

Bristol ist eine 460.000 Einwohnerstadt im Südwesten Englands, die am Fluß Avon liegt und von (ziemlich hohen) Hügeln umgeben ist, aber auch sehr nah am Meer liegt, was ihren landschaftlichen Reiz ausmacht.
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Bristol besitzt ein ausgedehntes innerstädtisches Kanalsystem, über das früher Lastenkähne fuhren (von denen heute nicht wenige mittlerweile als Hausboot fungieren) und einen kleinen Hafen mit einer Vielzahl unterschiedlicher (und zum Teil selten zu sehender) Museumsschiffe.
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Highlight des Museums ist die „Great Britain“. Das erste Schiff aus Stahl mit Dampfmaschinenpropellerantrieb das die Ozeane überquerte. Es lief 1843 vom Stapel und bot insgesamt 252 Passagieren Platz. Die typische Route war eine Verbindung zwischen Liverpool und New York. Offenbar wollte man sich damals noch nicht so ganz auf die „neuartige“ Dampftechnik verlassen und baute dennoch 6 Segelmasten mit ein. 1882 wurde das Schiff endgültig zu einer Windjammer zurückgebaut und ging dann über mehrere Kriege 1970 als Museumsschiff in Rente.
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In der Popkultur ist Bristol durch zwei Dinge (man kann sagen weltweit) bekannt. Zum einen durch den Graffiti-Künstler Banksy und zum anderen durch das hier entstandene und tätige Trickfilmfigurenstudio Aardmann, die unter anderem für „Wallace & Gromit“ sowie die (immer noch in der ARD laufende Serie) „Shaun – Das Schaf“ (auch für Erwachsene sehenswert!!) berühmt sind. Und ach ja – was (fast) niemand ahnt oder weiß – Bristol ist die Geburtsstadt des in den 60er Jahren bekannten Schauspielers Cary Grant.

Und nun zum luftfahrthistorischen Teil:

Bristol ist im Grunde DIE Stadt der britischen Luftfahrtgeschichte des 20. Jahrhunderts. Hier wurde die British Aircraft Corporation (BAC) gegründet. BAC zeichnet (mit-)verantwortlich für – man kann schon fast sagen – Meilensteine der Flugzeuggeschichte. Um nur einige zu nennen: Vickers VC 10, BAC 1-11 (den älteren unter uns bestimmt noch ein Begriff).

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Auf dem militärischen Gebiet für den Senkrechtstarter Harrier und dem noch heute im Einsatz der Bundeswehr befindlichen Schwenkflügler Tornado. Auch bedeutend, aber weniger bekannt, der Bomber Avro Vulcan, der auch in einem frühen James Bond Film („Feuerball“) eine zentrale Rolle spielte. Auch ein Meilenstein der Luftfahrtgeschichte - hierzulande eher unbekannt - die Vickers Britania - eine viermotorige Turboprop-Passagiermaschine mit bis zu 9.300 km Reichweite.
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UND natürlich der Concorde! Wenn man so will, ist Bristol bzw. der nahe (ehemalige) Flughafen Filton, der britische Geburtsort der Concorde – natürlich abgesehen vom französischen Teil ;-) des Projektes.

Der Flughafen Filton ist seit 2012 stillgelegt, die SLB und die Taxiways sind noch vorhanden, aber mittlerweile teilweise überbaut und nicht mehr öffentlich zugänglich. Einige Unternehmen der Luftfahrtindustrie arbeiten dort noch u.a. das Nachfolgeunternehmen der BAC die heutige BAe Systems.

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Filton beherbergt ein sehr sehenswertes Luftfahrtmuseum in den alten Produktionsstätten der Vickers-Werke, das sich hauptsächlich mit Vickers und BAC und ihren Entwicklungen beschäftigt. Das Museum ist modern mit multimedialen Exponaten die zum Anfassen und Ausprobieren einladen ausgestattet. Man kann als Luftfahrtinteressierter (mit Kindern) getrost einen Tag einplanen. Ein sehr nettes Cafe mit reichhaltigem Angebot existiert auch.

Das Highlight des Museums, natürlich die Concorde, kann auch innen besichtigt werden und wird im originalgetreuen Zustand ausgestellt. Da wir im letzten Jahr dort waren, hatten wir das Glück, das eine Sonderausstellung zum 50jährigen Jubiläum des Erstflugs stattfand. Teil dessen ist eine auf die Außenhaut projizierte Laser-Multimedia-Show mit Filmen aus der Geschichte der Concorde.

Seit 2017 ist, in einem eigens für sie gebauten Hangar, die letzte jemals gebaute und letzte jemals geflogene Concorde – die G-BOAF – zu sehen. Diese wurde am 26. November 2003 von London nach Filton überführt und hat dort nun gewissermaßen ihre „letzte Ruhestätte“ gefunden.

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Anbei Bilder der Laser-Multimediashow

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Das Originalcockpit ist zu besichtigen ...

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... ebenso wie Passagierkabine und die Toilette der Concorde

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Ebenso ausgestellt das Innere des Cockpits der Concorde – gewissermaßen zum Anfassen – als Simulator.
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Noch einige Details der Concorde

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Zum Schluss. Bristol und sein Luftfahrtmuseum ist absolut zu empfehlen. Allerdings ist der Eintritt in das Museum ein relativ teurer Spass - eine Familie bezahlt umgerechnet 50 EUR - allerdings ist das gleichzeitig eine Jahreskarte (das machen die dort öfters).

Zum Abschluss ein kleiner Insider-Tipp. In der Nähe der (oben gezeigten) Suspension-Bridge existiert ein kleines Observatory mit einer übergroßen Camera Obscura welche die Landschaft herum in einen kleinen Raum projiziert (unbedingt ansehen). Am dortigen Ticketcounter gibt es ein Foto vom letzten Flug der Concorde am 26. November 2003 im Tiefflug über eben jene Brücke - ein Hingucker! Aus Copyright-Gründen kann ich es hier natürlich nicht zeigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht aus Bristol
BeitragVerfasst: Freitag 1. Mai 2020, 17:57 
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Wie schafft man es denn, alleine im Museum zu sein? Das ist ja Wahnsinn!

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht aus Bristol
BeitragVerfasst: Freitag 1. Mai 2020, 19:08 
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Oh alleine waren wir ganz und gar nicht. Aber es war mitten in der Woche und man muss halt beim Fotografieren, en wenig Geduld haben, bis man mal ein leeres Exponat hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht aus Bristol
BeitragVerfasst: Freitag 1. Mai 2020, 23:30 
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Mir fällt gerade auf, also wusste ich es doch, die G-BOAF war die Concorde, welche am 19. März 1986 in Leipzig landete.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht aus Bristol
BeitragVerfasst: Samstag 2. Mai 2020, 07:58 
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Ein sehr interessanter Reisebericht, die Bilder habe ich mir mehrmals angeschaut.
Danke fürs zeigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reisebericht aus Bristol
BeitragVerfasst: Samstag 2. Mai 2020, 08:27 
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Klasse Bilder!


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